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Andy Lehmann Zürich

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Vom halb vollen oder vom halb leeren Glas
24.01.2011

Unter dem begeisternden Titel "Online-Nutzung wächst weiter - soziale Unterschiede bleiben bestehen" wird die neueste Studie über die Internet-Nutzung der Schweizer Bevölkerung gefeiert. Das Beruhigende vorweg: Die Frauen sind auch im Netz! Oder in der Forschersprache gemeldet: Heute bestehen kaum mehr Geschlechterunterschiede bei den Internetz-Nutzern. Und auch die Senioren sind online. Bereits die Hälfte der über 60jährigen ist "im Web aktiv" - was immer unter aktiv zu verstehen ist.

Wo sind jetzt aber die sozialen Unterschiede zu finden? Natürlich beim Einkommen. Nur rund die Hälfte der Personen mit einem Haushaltseinkommen von weniger als 4000 Franken nutzen das Internet. Das wird natürlich entsprechend bedauert und verkommt blitzartig zum sozialen Problem.

Warum ist es aber so toll, wenn die Hälfte der Senioren surft und warum ist es so dramatisch, wenn die Hälfte der Wenigverdienenden nicht surft? Tatsache ist, dass knapp die Hälfte der Senioren nämlich unter 4000 Franken Haushaltseinkommen hat. Sind die beachtlichen 50% Senioren-Surfer in Tat und Wahrheit also wenig oder sind die 50% Wenigverdienende-Surfer viel? Es ist wie mit dem Wasserglas. Es kann halb voll sein oder eben halb leer.

Nach der Lektüre eines guten Textes ist der Kopf aber sicher immer voll. Lesen Sie auf Wikipedia nach, was im Humorarchiv unter "halb voll oder halb leer" steht. Die Kernaussage aus meiner Sicht: "Für den Pessimisten ist das Glas halb leer, für den Optimisten ist es halb voll". Und Büchertipps gibt es dort auch. Es ist also durchaus positiv, dass die Hälfte der Wenigverdienenden und/oder der Senioren im Netz surfen. Das Glas ist voll! Entwarnung an alle Forscher: es ist kein soziales Problem vorhanden.

 

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