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Schaffhausen weist den Weg - wohin?
10.01.2011

Norbert Neininger ist immer für eine Ueberraschung gut. Seit letztem Donnerstag erscheint beim Click auf einen Beitrag auf der Homepage der Schaffhauser Nachrichten die Meldung: "Seit dem 6. Januar 2011 sind die digitalen Inhalte der ........ nur noch unseren AbonnentInnen zugänglich". Der Chef im Schaffhauserland wird mit dem Statement "Wir verschenken doch nicht unsere Arbeit" zitiert und zeigt Muskeln. Alle Nachrichten sind gesperrt, auch Agenturmeldungen. Und selbst für den Bericht über das therapeutische Kammerspiel "Trommeln über Mittag", welches am Theater Hallau aufgefürt und in der Rubrik "Klettgau-Reiat" besprochen wird, muss ab sofort bezahlt werden. Falsch! Bezahlt werden kann nur das Abonnement. Der Kauf des Theater-Besprung wurde mir nicht angeboten.

Ist das jetzt der Weg zu "paid content" oder eine Verirrung im Wald der Informations-Verwertung? Es ist wohl unbestritten, dass der Abonnent der gedruckten Zeitung Online-Zusatzleistungen erhalten soll. Das entscheinde Wort sind aber Zusatzleistungen. Wieso soll ein bezahlender Abonnent die gleichen Informationen, welche in der Zeitung gedruckt werden, nochmals online konsumieren? Und für die akutellen Agenturmeldungen hat er tagsüber ja eine reiche Auswahl an Online-Publikationen von guter Qualität zur Verfügung.

Das Risiko, dass sich bald niemand mehr auf die Homepage der Schaffhauser-Nachrichten verirrt, ist also gross. Und dann werden auch die schönen Banner der Clientis Bank oder von Tschibo abgewandert sein. Rechnungen gibt es keine mehr zu schreiben.

Die treuen Abonnenten werden weiterhin die gedruckte Ausgabe lesen und die Online-Redaktoren der Schaffhauser Nachrichten auch wieder für dieselbe Ausgabe schreiben.

Natürlich sind das alles Hypothesen. Die einzige richtungweisende Antwort zu diesem Thema hat Marc Walder von Ringer auf persönlich.com gegeben: "Ringier treibt die Monetarisierung von Inhalten im mobilen Internet konsequent voran, insbesondere auch das Upselling, also in-App-Purchasing. Im stationären Internet sehen wir keine Bezahlschranken vor".

Aha! Alles klar? Schaffhausen oder Seefeld?

Entspannung nötig? Wenn Sie "Die Unperfekten" noch immer nicht gelesen haben, so ist es nach diesen Gedanken dringend nötig. Es ist inzwischen zum "aufregendsten Buch des Jahres 2010" ausgerufen worden. Details dazu in meinem allerersten Kommentar vom 31.10.2010.


 

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