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Andy Lehmann Zürich

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1967: "The medium is the message" von Marshall McLuhan - und 2011?
13.12.2010

Jahrelang oientierten sich Kreative und auch Verleger an McLuhans wegweisender Aussage und es gab wohl keine Präsentation und kein Fachgespräch in dem diese grundlegende Ansicht nicht repetiert wurde. Und ebenso lange beschäftigen sich Verleger und Kreative zuerst mit der Form und erst dann mit dem Inhalt. Das Ergebnis zeigte sich bei den Print-Verlegern in regelmässigen Relaunches ihrer Publikationen im festen Glauben, dass dies die Leser beim Blatt - beim Medium - halten lässt.

Diese Tage hat PwC den "Swiss Entertainment & Media Outlook 2010 - 2014" publiziert. Neben vielen plausiblen Hochrechnungen hält PwC zum Thema Zeitungs-Markt fest: "Auch 2014 lesen wir noch Zeitungen"! Allerdings halten die Forscher im Text dann auch sofort fest, was sie tatsächlich meinen mit dieser Feststellung, nämlich dass die Zeitungs-Verleger die Möglichkeit hätten, das Publikum über eine Vielzahl von Bildschirmen und Medien zu erreichen. Aha! Dringt hier der Gedanke, dass eine Zeitung auch eine Zeitung sein kann ohne dass sie gedruckt wird, durch? Gedeiht hier endlich die Erkenntnis, dass der Inhalt Zeitung ist und nicht die Form?

Also 2011: "The message is the medium"!

Ich schlage dieses Thema für die nächstjährige Verlegertagung vor! Copyright by Andy Lehmann.

Als Lesestoff für die nächsten Tage empfehle ich nach der letztwöchigen Berieselung durch DRS 2 einen kürzeren, dafür umso spannenderen Artikel aus Spiegel Online. Unter dem Titel "Meine Strasse, mein Zuhause, mein Blog" schreibt Ole Reissmann aus dem Prenzlauer Berg. Das Thema Lokaljournalismus wird uns in den nächsten Jahren sicher intensiv beschäftigen. Berlin war schon oft eine trendsetting Media-Stadt. Mal schauen, wohin dieser Trend noch führen wird. Auf jeden Fall lesenswert!



 

Kommentare

17.12.2010 15:47:20
Juerg Thomann schrieb:

"The Andy is the Message" an der Verlegertagung - wir dürfen gespannt sein! Stimme aber zu: Zeitungen sind Zeitungen, auch wenn sie nicht auf Papier stattfinden. Editorial halt. Im Gegensatz zu Social. Nur - beinahe seit Johannes Google..., tschuldigung Gutenberg haben Verleger gelernt, wie man mit bunt bedrucktem Papier Geld verdient. Mit Bits & Bytes ist es plötzlich etwas komplizierter geworden. Wir können zwar Steve Jobs' iPad wie den Messias feiern, aber wir kennen auch den Rest der Story (Mt. 27, 31). Wie bringt man Bezahlinhalte an die User, ohne dass diese sich um den Faktor 100 verdünnen? Der Prenzlauer Berg lässt hoffen.